Rezensionen, Filme, Bücher, Web-Sites
Berlinale Generation + Interview mit Maryanne Redpath
von José García am 08/02/2012 - 16:41.
„Die Berlinale ist Deutschlands größtes Kulturereignis und ein riesiger Publikumserfolg.“ Darauf wies nicht ohne Stolz der langjährige Leiter der Internationalen Filmfestspiele, Dieter Kosslick, in einem kürzlich erschienenen Interview mit der „Zeit“ hin. Wenn heute der Startschuss für die 62. Berlinale gegeben wird, dann werden erneut in mittlerweile zehn verschiedenen Sektionen bis zum 19. Februar knapp vierhundert Spiel- und Dokumentarfilme gezeigt. Von den während der letztjährigen Veranstaltung verkauften 300 000 Eintrittskarten wurden etwa 50 000 Karten von Kindern und Jugendlichen erworben, die Lang- und Kurzfilme in den Wettbewerben „Generation Kplus“ (für Kinder bis 14 Jahren) und „Generation 14plus“ (für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren) sahen. Im Jahre 2012 bestehen die „Kplus“- und „14plus“-Wettbewerbe aus zwölf beziehungsweise 15 Langfilmen. Hinzu kommen Kurzfilme in unterschiedlicher Länge.
Drei Filmrezensionen: The Artist - Fünf Freunde - The Descendants
von José García am 26/01/2012 - 09:49.
Heute stellen wir Ihnen drei Filme vor: "The Artist" behandelt den Übergang vom Stumm- zum Tonfilm und die damit verbundenen massiven Veränderungen. George Clooney spielt in "The Descendants" einen Familienvater, der sich nach dem Sportunfall seiner Frau erstmals um seine zwei Töchter kümmern muss. Enid Blyton (1897-1968) gehört zu den erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen weltweit. Aus ihren in den vierziger bis sechziger Jahren veröffentlichten 21 „Fünf Freunde“-Bänden ist der gleichnamige Film hervorgegangen.
Kriegerin
von José García am 23/01/2012 - 16:13.
Für seinen Abschlussfilm an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg HFF „Kriegerin“ hat sich Regisseur David Wnendt eines brisanten Themas angenommen. Am Anfang steht eine Off-Stimme, mit der die etwa 20-jährige Marisa (Alina Levshin) ihre Gesinnung unverblümt ausdrückt: „Demokratie ist das Beste, was wir je auf deutschem Boden hatten. In einer Demokratie kann jeder mitbestimmen. Du, ich, Alkoholiker, Junkies, Kinderschänder, Neger, Leute, die zu blöd sind, ihren Hauptschulabschluss zu schaffen.“
Ziemlich beste Freunde
von José García am 09/01/2012 - 11:29.
Mit mehr als 14 Millionen Besuchern wurde der erfolgreichste Kinofilm 2011 in Frankreich keine amerikanische Super-Produktion und auch keine „Harry Potter“-Verfilmung, sondern eine einheimische Komödie: „Ziemlich beste Freunde“ (Original: „Intouchables“) von Erich Toledano und Olivier Nakache erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen zwei Männern, die gegensätzlicher kaum sein könnten – ein Filmsujet, das im französischen Kino in den letzten Jahren mehrfach variiert wurde. Denn nachdem Patrice Leconte in „Mein bester Freund“ (2006) einen einsamen Kunsthändler den Wert der Freundschaft entdecken ließ, handelte der erfolgreichste französische Film aller Zeiten „Willkommen bei den Sch’tis“ (Dany Boon) ebenfalls von einer ungewöhnlichen Männerfreundschaft über Vorurteile und Klischees hinweg.
Mission Impossible - Phantom Protokoll
von José García am 16/12/2011 - 14:53.
Fünfzehn Jahre ist es inzwischen her, dass Brian de Palma die bekannte, zwischen 1966 und 1973 ausgestrahlte Fernsehserie „Kobra, übernehmen Sie!“ („Mission Impossible“) für die große Leinwand adaptierte: Auf „Mission Impossible“ (1996) folgten im Jahre 2000 unter John Woos Regie „Mission: Impossible II“ sowie im Jahre 2006 „Mission Impossible III“ von J. J. Abrams. Hauptfigur in allen drei Filmen: der von Tom Cruise verkörperte Geheimagent Ethan Hunt aus der Spezialeinheit „Impossible Missions Force“ (IMF).
Der Gott des Gemetzels
von José García am 29/11/2011 - 17:57.
„Der Mensch ist des Menschen Wolf“. Für Roman Polanskis Spielfilm „Der Gott des Gemetzels“ („Carnage“), der nach seiner Teilnahme am Wettbewerb der Filmfestspiele Venedig nun im regulären Kinoprogramm anläuft, könnte wohl kein Untertitel angemessener sein als die Sentenz des römischen Dichters Plautus (,homo homini lupus“). Basierend auf dem im Dezember 2006 in der Inszenierung von Jürgen Gosch am Schauspielhaus Zürich uraufgeführten, gleichnamigen Theaterstück der französischen Schriftstellerin Yasmina Reza, die für die Filmfassung zusammen mit Polanski das Drehbuch verfasste, handelt „Der Gott des Gemetzels“ davon, wie im Laufe einer Auseinandersetzung vier kultivierte Menschen aus der Fassung geraten und ähnlich den sprichwörtlichen Wölfen aufeinander losgehen.
Der ganz normale Wahnsinn
von José García am 18/11/2011 - 11:12.
Manchmal täuscht der erste Eindruck. Der nichtssagende deutsche Verleihtitel „Der ganz normale Wahnsinn“ und das Kinoplakat mit einer offenbar gut gelaunten, vollbepackten und sich nicht gerade durch tiefgründige Rollen auszeichnenden Sara Jessica Parker lassen kaum mehr als eine seichte Wohlfühlkomödie erwarten. Frei von Klischees ist der auf der Grundlage von Allison Pearsons britischem Besteller-Roman „Working Mum“ entstandene Spielfilm „Der ganz normale Wahnsinn – Working Mum“ zwar nicht.
Another Earth
von José García am 10/11/2011 - 16:15.
Manche Spielfilme handeln eigentlich von etwas ganz anderem als von dem, was sie vordergründig erzählen. Insbesondere das Science-Fiction-Genre liefert häufig die Folie, auf der sich tiefgründige Fragen behandeln lassen. So ging es etwa in Larry und Andy Wachowskis „Matrix“ (1999) unter der Oberfläche eines mittels innovativer Spezialeffekte hervorragend choreographierten Actionfilms genaugenommen um die philosophische Frage nach der Realität dessen, was wir Wirklichkeit nennen. Oder, um ein neueres Beispiel herauszugreifen: In Gareth Edwards’ „Monsters“ dient eine ebenfalls Science-Fiction-Geschichte lediglich als Rahmenhandlung für die Annährung zweier Menschen.
Kinder brauchen Mütter
von Horst Hennert am 06/11/2011 - 18:37.
Noch vor wenigen Jahren hätte man den Buchtitel für eine Plattitüde gehalten, so selbstverständlich erschien es jedem, dass zu einem Kind eine Mutter gehört. Geändert hat sich das nach dem Willen der Politik: Das Mantra „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ ist zur einzig bestimmenden Blickrichtung auf die Familie geworden. Immer früher und flächendeckender werden Kleinkinder in die Kinderkrippen geschickt, gefördert mit vielen Milliarden und entgegen der Erkenntnis, wie traumatisch es auf viele Kinder wirkt.
Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der Einhorn
von José García am 27/10/2011 - 20:16.
Steven Spielbergs „Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“ verbeugt sich bereits mit seinem liebevoll gestalteten und von einer flotten Musik unterlegten Vorspann vor dem Universum der beliebten Figuren von Hergé (Georges Remi, 1907-1983). Die Treue zu seiner Vorlage schlägt sich im ganzen Film darüber hinaus in einem Retro-Stil nieder, in dem moderne Geräte wie Computer oder Mobiltelefone keinen Platz finden. In einer Handlung, die etwa zwischen den dreißiger und den fünfziger Jahren angesiedelt ist, werden Botschaften mittels einer mechanischen Schreibmaschine oder durch heutigen Menschen ungemein klobig erscheinende Telefone übermittelt.


