Rezensionen, Filme, Bücher, Web-Sites
Andula - Besuch in einem anderen Leben
von José García am 02/10/2009 - 08:11.
Sommer 1942: Obwohl in Europa der Krieg tobt, werden noch immer Spielfilme gedreht. Besonders beliebt sind in dieser Zeit Komödien, die der leidgeprüften Bevölkerung etwas Ablenkung bieten – nicht nur in Deutschland, wo beispielsweise Helmut Weiss bis kurz vor dem Kriegsende (Uraufführung: Januar 1945) mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle an „Die Feuerzangenbowle“ arbeitet. Auch in der von Nazi-Deutschland besetzten tschechischen Hauptstadt realisiert der bekannte Regisseur Otakar Vávra eine „kriegswichtige“ Komödie mit dem Titel „Ich komme gleich“. (Außerdem: Interview mit Regisseur Fred Breinersdorfer und Schauspielerin Hannah Herzsprung)
Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen
von José García am 23/09/2009 - 14:45.
Im Artikel: exklusive Interviews mit Regisseurin Margarethe von Trotta sowie den Schauspielerinnen Barbara Sukowa und Hannah Herzsprung. - Im Essener Kino „Lichtburg“ sitzen im Zuschauerraum auffällig viele katholische Ordensfrauen und etliche Benediktinermönche. Der Anlass: die Deutschlandpremiere des Spielfilmes „Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen“ von Margarethe von Trotta am 830. Todestag der Mystikerin, die zwar nie formell heiliggesprochen, aber als „Volksheilige“ verehrt und im liturgischen Kalender als „Äbtissin, Mystikerin, Gründerin von Rupertsberg und Eibingen“ verzeichnet wird.
Oben
von José García am 18/09/2009 - 11:14.
Ein griesgrämiger, vereinsamter alter Mann, der durch den Einfluss eines naiven, offenherzigen Jungen aus seinem Scheckenhaus herauskommt¬, stellt geradezu einen Topos in der Literatur und im Film dar, spätestens seit Frances Hodgson Burnetts „Der kleine Lord“ (1886), dessen Verfilmung mit Alec Guinness (1980) jedes Jahr zur Weihnachtszeit deutsche Fernsehzuschauer immer wieder ergreift.
Das Massaker von Katyn
von José García am 17/09/2009 - 08:50.
Fast ein halbes Jahrhundert stand „Katyn“ für eine beispielslose Geschichtsfälschung. In den Wäldern von Katyn, etwa 20 Kilometer westlich vom russischen Smolensk, wurden im April 1940 mehr als 22 000 polnische Offiziere und Intellektuelle von der Roten Armee ermordet und in Massengräbern verscharrt. Als 1943 deutsche Soldaten die Massengräber entdeckten, nutzte zwar kurzfristig die NS-Propaganda den Massenmord für ihre Zwecke aus, aber nach der Rückeroberung Polens durch die Rote Armee wurde das Massaker den Deutschen angelastet. Während des Kalten Krieges wurde die Wahrheit unterdrückt, erst 1990 gestand Michail Gorbatschow die Alleinschuld der Sowjetunion am „Massaker von Katyn“ ein. Im Juli 2000 weihten Russen und Polen gemeinsam in dem weißrussischen Dorf Katyn eine Gedenkstätte ein.
Berlin ’36
von José García am 14/09/2009 - 10:54.
Der Fall der 18-jährigen Südafrikanerin Caster Semenya, die im August bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin im 800 Meter-Lauf Gold holte, sich aber wegen ihres männlichen Aussehens einem Geschlechtertest unterziehen musste, brachte ähnliche Begebenheiten in Erinnerung, bei denen Männer an Sportwettbewerben der Frauen teilnahmen.
Sturm
von José García am 10/09/2009 - 14:26.
Der Gerichtsfilm erlebte seine Blüte gegen Ende der fünfziger, Anfang der sechziger Jahre, wobei „Zeugin der Anklage“ (Billy Wilder, 1957), „Die zwölf Geschworenen“ (Sidney Lumet, 1957) und „Das Urteil von Nürnberg“ (Stanley Kramer, 1961) die bekanntesten Filme des Genres sein dürften. Im Unterschied zur kammerspielartigen Inszenierung in diesen Klassikern weiteten die Spielfilme, die zu einer Neubelebung des Genres seit den neunziger Jahren beitrugen, nicht nur den Handlungsort, sondern auch die Handlung selbst zu einem Thriller aus.
Maria, ihm schmeckts nicht
von José García am 07/08/2009 - 09:00.
„Ein Fremder steht vor der Tür“. So beginnt Jan Weilers Roman „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“, von dem 1,7 Millionen Exemplare verkauft wurden. Jan Weiler erzählt darin „Geschichten von meiner italienischen Sippe“, deren Ton manchmal vergnüglich, manchmal skurril, immer aber liebenswürdig ist. --- plus Interview mit Regisseurin Neele Leana Vollmar.
Erzähl mir was vom Regen
von José García am 30/07/2009 - 08:32.
Agnès Jaoui und ihr Ehemann Jean Pierre Bacri sind auch beruflich ein eingespieltes Gespann: Nachdem sie in den neunziger Jahren das Drehbuch für Cédric Klapischs „Typisch Familie“ („Un air de famille“, 1996) und Alain Resnais’ „Das Leben ist ein Chanson“ („On connaît la chanson“, 1998) zusammen verfasst hatten, begannen sie im Jahre 2000 eigene Filmprojekte zu realisieren. Bereits für „Lust auf anderes“ („Le goût des autres“) wurden die Merkmale ihrer Zusammenarbeit deutlich: Sie schreiben das Drehbuch gemeinsam, wobei Agnès Jaoui Regie führt. Darüber hinaus übernehmen sie wichtige Rollen im Film, verkörpern jedoch kein (Ehe-)Paar.
Harry Potter und der Halbblutprinz
von José García am 20/07/2009 - 10:01.
Beinahe auf den Tag genau zwei Jahre nach der Verfilmung des fünften „Harry Potter“-Romans („Der Orden des Phönix“) läuft im Kino die Filmfassung des vorletzten Teils der Serie von Autorin J.K. Rowling „Harry Potter und der Halbblutprinz“ („Harry Potter and the Half-Blood Prince“) an.
Leitfaden für faule Eltern - Buchrezension
von Horst Hennert am 13/07/2009 - 16:18.
Ein Erziehungsbuch, das mit dem Versprechen im Titel daherkommt, ein „Leitfaden für faule Eltern“ zu sein, kann darauf rechnen, vor allem von jenen Eltern gekauft zu werden, die sich als besonders gestresst und in ihrer Erziehungsaufgabe überfordert fühlen. Es ist ein ganz und gar unorthodoxes gegen alle pädagogischen Trends stehendes Buch, das man gerade deswegen so leicht nicht wieder aus der Hand legt. Aber inwieweit kann Tom Hodgkinson auch sein Versprechen einlösen?
