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 erziehungstrends.de

Kinder und TV-Konsum

von Dr. Albert Wunsch
29/11/2007 - 13:07

Kinder und  TV-Konsum

Fast in allen Familien ist der Gebrauch der Medien zu einem wichtigen Thema geworden, von dem viel für das gesunde Aufwachsen der Kinder abhängt. Die folgenden Regeln und Hinweise können Eltern eine wichtige Handreichung geben, wie sie mit ihren Kindern zu einer Nutzungsvereinbarung für Fernsehen und Computer kommen können.

von Albert Wunsch
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Das Beispiel der Eltern – Regeln aufstellen

Die wirkungsvollste Mitteilung an Kinder im Umgang mit TV-Geräten und ähnlichen Medien ist das eigene Verhalten. Hat der Fernseher eine große Macht über die Eltern, ist eine Reglementierung gegenüber den Kindern sehr schwierig. Hier einige Ansatzpunkte:

Erfahren Kinder bis zum Schulalter, dass die so genannten Unterhaltungsmedien kaum eine Bedeutung für ihr Leben haben, kann dann beim Erwachen eines größeren Interesses mit den Kindern gemeinsam geklärt werden, in welchem zeitlichen Umfang pro Woche bzw. pro Tag ihrer Einsschätzung nach mit welchem Ziel bzw. Zweck was aus den TV-Programmen gesehen werden möchte.

Dann werden die elterlichen Maßstäbe zu Umfang und Sendeart eingebracht und gemeinsam eine Übereinkunft erzielt.

Vor Inkrafttreten wird jedoch auch festgehalten, was passiert, wenn Sohn oder Tochter wichtige Passagen dieser Übereinkunft im Tagesgeschehen „nicht mehr im Blick“ haben sollten.

Diese Regeln bei möglichen Verstößen gegen die Abmachung werden schriftlich festgehalten und beidseitig unterzeichnet.

Eine Variante: Zeiten können während der Woche durch gezielten Verzicht (nicht durch andere Umstände oder Zufälle) teilweise für das Wochenende „angespart“ werden.

Gibt es eine zu intensive Nutzung von Spielkonsolen, sollten auch hier entsprechende zeitliche Vereinbarungen getroffen werden.

Nach jedem Geburtstag – bei Schulkindern bei einem erfolgreich absolvierten Schuljahr - sind Nachverhandlungen möglich.

Wurden bisher fahrlässiger Weise solche Vereinbarungen nicht getroffen, sind sie unverzüglich in der oben beschriebenen Weise nachzuholen.

Der zeitliche und inhaltliche Rahmen sollte auf das jeweilige Kind speziell abgestimmt sein. Alter und Reife, schulischer Leistungsstand, der Umfang von Außenkontakten (Freundschaften), seine gesundheitliche Situation (Bewegung, Augen, Körpergewicht, Kreislauf) und die Beiträge des Kindes zu einer guten bzw. unguten Familienatmosphäre sind wichtige Kriterien bei der Festlegung von Maß und Inhalten des eingeräumten Medien-Konsums.

Ein wichtiger Grundsatz

TV-Geräte und PC’s mit Internetzugang haben im Zimmer des Nachwuchses bis zum 14. Lebensjahres nichts zu suchen, weil sonst der Tatbestand einer fahrlässigen Verletzung von Körper und Seele unserer Kinder geschaffen würde.

Da die TV- und PC-Medienwelt nicht von Kindern unter 14 Jahren ferngehalten werden sollte, ist das Fernsehgerät z.B. im Wohnzimmer und ein PC in einem allgemein zugänglichen Raum die sinnvollste Alternative.

Das Ergebnis einer repräsentativen Untersuchung belegt, dass das Vorhandensein eines TV-Gerätes im Zimmer des Nachwuchses den Konsum in der Regel um eine Stunde erhöht und die schulische Leistung gleichzeitig um eine Note senkt.

Durchschnittlich sehen deutsche Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 12 und 15 Jahren 3 Stunden pro Tag fern, andere Mediennutzungszeiten nicht mitgerechnet. In den USA wächst die Zahl der Jugendlichen, die am Ende ihrer Schulzeit wesentlich mehr Stunden vor Bildschirmen verbrachten, als alle addierten Unterrichts- und Lernzeiten. Wollen wir diesen Trend auch in unsere Familien holen?

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