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 erziehungstrends.de

Computerspiele - Orientierung für Eltern und Erzieher (Schluss)

von Franz-Josef Höcker
24/04/2007 - 08:35

Computerspiele - Orientierung für Eltern und Erzieher (Schluss)

Das Spielen gehört klar und notwendig in die Lebenswirklichkeit des Kindes. Wie bei anderen Spielen ist es aber Aufgabe der Eltern darauf zu achten, ob das Spiel der jeweiligen Entwicklungsstufe des Kindes angemessen ist. Ganz entscheidend ist, dass die Eltern die Spielinhalte kennen und die Spielezeit der Kinder kontrollieren. Ein PC im Kinderzimmer ist immer eine problematische Angelegenheit, wenn es keine klaren Regeln gibt.

Wichtig ist es für die Eltern auch, zu wissen, was bei den Freunden der Kinder los ist. Oftmals werden Spiele, die zu Hause nicht gespielt werden dürfen, bei den Freuden gespielt.

Die sittliche Reife des Spielers

Bedeutend ist, zu prüfen, ob das Kind ganz klar unterscheiden kann, dass es sich bei den Spielen um eine fiktive, virtuelle Welt handelt, oder ob es bei der Wahrnehmung die Spielewelt mit der realen Welt und ihren Werten vermischt. Das Kind muss auch in der Lage sein, bestimmte Spieloperationen wertemäßig richtig einzuschätzen.

Einordnung des Spielens in die Lebenswirklichkeit

Computerspiele können durchaus zu einer Sucht werden. Ein oft – auch in wissenschaftlichen Untersuchungen – festgestelltes Phänomen ist z.B. der Verlust des Zeitgefühls beim Spielen. Mit den neuen Möglichkeiten der Netzwerkspiele wird die Zeitkomponente noch bedeutender.

Es ist klar, dass hier ein altersgemäßes Verantwortungsgefühl entwickelt werden muss. Es geht darum, vor allem den jungen Menschen ein positives Maßhalten hinsichtlich der Computerspiel zu vermitteln.

Zu fragen ist auch, was das Spielmotiv ist: Langeweile, Spaß an der Herausforderung, Zeitvertreib, Wellbewerb – oder auch Flucht aus der Realität, Flucht in die Einsamkeit. Gerade der letzte Punkt muss beobachtet werden – denn aus kommunikationsschwachen Kindern können schnell spielsüchtige Kinder werden.

Spieleinhalte

Es gibt Spiele, die „in sich“ unmoralisch – also für alle ungeeignet sind, weil sie Handlungen erfordern oder Bilder zeigen die gegen die Würde des Menschen verstoßen. Dazu gehören alle Porno- und Erotikspiele (davon gibt es eine Menge), aber auch solche, die von ihrer Spielidee her unmoralisch sind. Dazu gehören solche, die das Töten, Verstümmeln, Berauben usw. von Opfern mit Bonuspunkten bewerten.

Problematisch sind Spiele, die zwar kein unmoralisches Spieleziel haben, aber in unangemessener Weise Gewalt und ihre Folgen realisieren. Dazu gehören z.B. manche Ego-Shooter.

Gerade bei Kriegsspielen (z.B. Counter Strike) müssen die Spieler reife Personen sein, die in der Lage sind, klar den Spiele-Charakter der Handlungen zu erkennen.

Ein besonders ambivalentes Spiel ist Sims 2. Hier geht es im wesentlichen um zwischenmenschliche Beziehungen – auch um (Homo)Sexualität. Das dabei vermittelte Menschenbild ist recht oberflächlich und teilweise ziemlich verbogen. Das Spiel ist besonders bei Mädchen beliebt. Eltern sollten wissen, worum es dort geht.

Mögliche Wirkungen

Ich bin davon überzeugt, dass der „gesunde Menschenverstand“ der Eltern und Erzieher reicht, um einzuschätzen, ob ein bestimmtes Spiel schadet oder nicht.

Deshalb ist es eine sehr ernst zu nehmende Pflicht der Eltern, sich die Spiele ihrer Kinder anzuschauen, besser noch, sie mit den Kindern einige Male zusammen zu spielen. Es wäre auch wichtig, mit anderen Eltern darüber zu sprechen.

Die Eltern sollten nie ein Spiel kaufen, das sie nicht einschätzen können.

Dabei sollte man beurteilen:

1. Spielgedanke
2. wie wird das Ziel realisiert, welche Handlungen sind dazu notwendig?
3. ist das Spiel für das Alter angemessen
4. welche Werte werden transportiert

Fazit

Eltern müssen sich mit Computerspielen auskennen – das gehört zu ihrer erzieherischen Verantwortung. Es geht natürlich nicht darum, alle Spiele zu kennen, um auf „Augenhöhe“ mitreden zu können. Dennoch ist es nötig, sich ab und zu wieder auf den neuesten Stand zu bringen.


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