Gender Mainstreaming - eine Ideologie wird durchgesetzt

Gender Mainstreaming - eine Ideologie wird durchgesetzt

Das Thema Gender Mainstreaming oder Gender Politik erscheint zunächst unter dem Ziel der Gleichstellung. Hier stellt sich schon die Frage, warum denn absolute Gleichstellung anzustreben ist, wo doch nun einmal Mann und Frau nicht genau gleich sind - gleichberechtigt aber nicht absolut gleich.

Aber dieser Kritikpunkt ist noch harmlos. Bei dem Begriff „Gender Mainstreaming“ geht es um etwas viel Tiefgreifenderes, das auf schleichendem Wege, mit großem finanziellem Aufwand und völlig undemokratisch von oben nach unten durchgesetzt werden soll. Volker Zastrow beschreibt in seiner sehr lesenswerten Abhandlung „Gender, Politische Geschlechtsumwandung“, wie diese Idee, die sich erstmals auf der Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking durchsetzte, in die Politik der EU und Deutschlands Eingang fand.

Volker Zastrow, Gender, Politische Geschlechtsumwandlung, 2006 Manuscriptum Verlagsbuchhandlung, ISBN 10: 3-937801-13-8; ISBN 13: 978-3-937801-13-1

Einfluß auf die Politik

Wie schon der Begriff deutlich macht – die Idee soll zum Gedankengut des Mainstream werden –, zielt die Bewegung darauf ab, einen Bewusstseinswandel herbeizuführen.

Nach dem Konzept des Gender Mainstreaming wird die Existenz des Geschlechts an sich in Frage gestellt und, damit einhergehend, die Gleichwertigkeit jeglicher „sexuellen Orientierung“ vertreten. Das Geschlecht sei nichts weiter als die Folge gesellschaftlicher Umstände und Erwartungen, ein gesellschaftliches Konstrukt also (Gender als das soziale Geschlecht), während Unterscheidungen allein auf biologischer Ebene anzutreffen seien (Sex als das rein biologische Geschlecht). Das ist letztlich nichts anderes als die Behauptung, dass das biologische Geschlecht nicht existiere. So wird die Einteilung der Menschen in männlich und weiblich tatsächlich als rein willkürlich bezeichnet.

Christliches Menschenbild

Dies steht in diametralem Gegensatz zum christlichen Menschenbild. Gott hat den Menschen als Mann oder Frau geschaffen, und dieses Mann- und Frau-Sein gehört nach christlichem Verständnis zum Wesenskern der Person. Es handelt sich damit um eine Wirklichkeit der menschlichen Natur, die über die soziale Prägung weit hinausgeht.

Helmuth Graf von Moltke schreibt in seinem Abschiedsbrief vor seiner Hinrichtung durch die Nationalsozialisten an seine Frau Feya: „...Ich sage gar nicht, dass ich Dich liebe, das ist gar nicht richtig. Du bist vielmehr jener Teil von mir, der mir alleine eben fehlen würde.... Nur wir zusammen sind ein Mensch. Wir sind, was ich vor einigen Tagen symbolisch schrieb, Schöpfungsgedanke. Das ist wahr, buchstäblich wahr. Darum, mein Herz, bin ich auf gewiss, dass Du mich auf dieser Erde nicht verlieren wirst, keinen Augenblick...“

Wie deshalb ausgerechnet ein christdemokratisch geführtes Familienministerium dazu kommt, für Gender Mainstreaming einzutreten, bleibt unerfindlich. Auszugehen ist wohl auch davon, dass den Verantwortlichen dieser Gegensatz nicht einmal bewusst ist.

Widerlegte Behauptung

Wie steht es nun um den Wahrheitsgehalt dieser Behauptung, Geschlecht sei nicht etwas Vorhandenes und Vorgegebenes, sondern nur etwas Erlerntes? Die Hirnforschung hat längst widerlegt, dass Geschlechterrollen lediglich erlernt seien. Auch das groß angelegte Menschen-Experiment des amerikanischen Psychiaters Money, ohne das die Gender-Lehre nicht hätte entstehen können, muss als absolut gescheitert angesehen werden. Money wollte mit der von ihm initiierten und überwachten Erziehung eines Jungen, dessen Geschlechtsteil im Babyalter aufgrund eines ärztlichen Fehlers verstümmelt worden war, die völlige Unabhängigkeit des Menschen von einem bestimmten Geschlecht nachweisen. Dass dies nicht gelang und damit diese Theorie der Grundlage entbehrt, stört ihre Anhänger nicht. Die Leugnung des Geschlechts als das letzte, absurde Ziel des feministischen Gleichstellungskampfes? Ein Ziel jedenfalls, für das es sich nicht zu kämpfen lohnt, das vielmehr in neue Abgründe blicken lässt.