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Kompetenzzentrum für Familien bezogene Leistungen gegründet

von Maria Welsch
16/12/2006 - 11:36

Kompetenzzentrum für Familien bezogene Leistungen gegründet

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat am 15.12. die Gründung einer hochrangigen Expertengruppe bekannt gegeben, die sich mit der Optimierung der staatlichen Finanzleistungen für Familien in Deutschland beschäftigen soll. Nach sorgfältiger Analyse der Wirkung der bestehenden Familienleistungen sollen Verbesserungsvorschläge erarbeitet werden. Erste Ergebnisse werden für Anfang 2008 erwartet.

Wenn zum Jahresbeginn 2007 mit dem Elterngeld eine von Frau von der Leyen vorangebrachte Geburten fördernde Finanzmaßnahme in Kraft tritt, sind hiermit lange nicht alle Familien, aus denen noch Kinder hervorgehen könnten, zufrieden. Der Klapperstorch meldet weiterhin keine Überstunden.

Anpassung an neue gesellschaftliche Erfordernisse

In Deutschland gibt es derzeit 145 Familien bezogene Leistungen mit einem finanziellen Umfang von rund 184 Milliarden Euro. Diese Leistungen sollen vor allem neu gebündelt werden, bei weiterhin leeren Staatskassen sicher nicht wesentlich erhöht.

Hauptziel der Familienpolitik sind derzeit die Steigerung der Geburtenrate bei kinderlosen oder kinderarmen berufstätigen Frauen und die Zunahme der Erwerbstätigkeit von Müttern.

Für wichtig gehalten wird zusätzlich die frühe und gute Förderung von Kindern.

So erwartet die Ministerin vom neu gegründeten Kompetenzzentrum, dass es aufzeigt, „wie Familien mit kleinen Kindern und Drei- und Mehrkinderfamilien besser gefördert werden und wie für Mütter und Väter gleichermaßen beruflicher Erfolg und aktive Elternschaft möglich wird.“ Darüber hinaus sollen Vorschläge für mehr Bürgernähe und Übersichtlichkeit bei der Beantragung und Nutzung von Familienleistungen erarbeitet werden.

Organisation und Expertenstab

Mit der Geschäftsstelle des Kompetenzzentrums wurde ein noch nicht genanntes externes Beratungsunternehmen betraut, das Wissenschaftsmanagement, Service und eigene Expertise mitbringt.

Folgende sechs renommierte Wissenschaftler/innen wurden von der Ministerin aus verschiedenen Disziplinen ausgewählt und zur Mitarbeit berufen:

Prof.Dr.Hans Bertram, Lehrstuhl für Mikrosoziologie an der HU Berlin, unter anderem Vorsitzender der 7.Familienberichtskommission der Bundesregierung;

Prof.Dr.Irene Gerlach, Politologin, Uni Münster (Arbeiten über familienfreundliche Betriebe);

Prof.Dr.Michael Hüther, Wirtschaftswissenschaftler und Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln;

Prof.Dr.Uta Meier-Gräwe, Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushaltes in Gießen; Mitglied der Kommission zur Erstellung des 7.Familienberichtes der Bundesregierung,; 1993 –1998 Vorsitzende von Pro Familia; Familien-und Genderforschung;

Prof.Dr.Reinhold Schnabel, Volkswirt Uni Duisburg Essen; Rentenspezialist;

Prof.Dr.Gert Wagner, Lehrstuhl für Empirische Wirtschaftsforschung und Wirtschaftspolitik der TU Berlin, Vertrauensdozent der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Es handelt sich also je zur Hälfte um Wirtschaftswissenschaftler und Gesellschaftsforscher.
Das Beratungsunternehmen kann außerdem mit der Zuarbeit einer Abteilung übergreifenden Expertengruppe aus dem Familienministerium rechnen.

Eine bevorzugte finanzielle Stärkung der herkömmlichen Familie dürfte wohl nicht zu erwarten sein. Dieses wäre nach Aussage von Professor Bertram „vergleichbar mit dem Kohlepfennig in der Energiepolitik“.


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