Ecuador nicht nur im Fußball gut

In diesen Tagen fragen sich viele Deutsche, was sie denn von Ecuador halten sollen; allerdings nur als nächstem Gegner unserer Nationalmannschaft. Meist wissen sie über dieses Land nur, dass sie im Moment gut im Fußball sind. Vielleicht lernen wir beim Fußballspiel nebenbei von ihnen, wie wir unseren Bevölkerungsschwund in den Griff bekommen können...

Wie die Nachrichtenagentur „Zenit“ meldet, hat Ecuadors Staatspräsident Alfredo Palacio González per Dekret am 1. Juni diesen Jahres veranlasst, dass in Zukunft am 25. März jeden Jahres der "Tag des ungeborenen Kindes" begangen wird. In mehreren lateinamerikanischen Staaten ist diese Tradition, die 1993 in El Salvador eingeführt wurde, bereits fest verankert.

Das vom Staatspräsidenten erlassene Dekret Nummer 1.441 vom 1. Juni 2006 weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich beim Fötus im Mutterleib um ein Kind handelt, dessen "Recht auf Leben" zu schützen sei und das "nicht diskriminiert werden darf, nur weil es noch nicht geboren worden ist". Der Staat habe gemäß der Verfassung die Pflicht, "das Leben jedes Menschen von der Empfängnis an zu schützen und zu garantieren". Außerdem sei es "notwendig..., der Gesellschaft diesen besonderen Schutz bewusst zu machen, den die ungeborenen Kinder aufgrund ihrer äußersten Verletzlichkeit sowie der Tatsache, dass sie sich nicht verteidigen können, genießen; und dass die ungeborenen Kinder eine gefährdete Gruppe darstellen, der Priorität eingeräumt werden muss."

Wenn die fußballerische Begegnung zwischen diesen beiden Ländern dazu beitragen könnte, dass auch in unserem Land über einen solchen Schutz für das ungeborene Leben nachgedacht würde, könnte Deutschland am 20.6. mehr als nur ein Fußballspiel gewinnen.