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 erziehungstrends.de

Jungs im Abseits

von Bernd Kreuels
17/06/2009 - 08:41

Jungs im Abseits

Die Erkenntnis, dass mittlerweile Jungs anders als noch vor Jahrzehnten die Bildungsverlierer sind, ist längst zum Allgemeinplatz geworden. Aber was sind die Ursachen insbesondere für ihre mangelnde Motivation? Was könnten Lösungsansätze des immer weiter verbreiteten Problems sein? In der aktuellen Debatte bietet das soeben auf Deutsch erschienene Buch des US-amerikanischen Psychologen und Kinderarztes Leonard Sax interessante Diskussionsbeiträge

Rezension von Bernd Kreuels, Münchner Merkur
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Jungs im Abseits. Kösel-Verlag, 288 Seiten, ISBN 978-3-466-30822-4, 17,95 Euro

Neuerscheinung zum Thema Schule. Die schulischen Defizite der Buben führt er vor allem auf fünf Komplexe zurück: Schul- und Unterrichtsformen, die zu wenig auf die – von Mädchen verschiedenen – Entwicklungsprozesse der Jungen eingehen; der zu hohe Konsum von häufig gewaltverherrlichenden Video- und Computerspielen mit einer künstlichen, isolierten Welt (ab sechs Stunden wöchentlich wird es laut Sax bedenklich); Veränderungen im Hormonsystem durch Giftstoffe in Plastikflaschen und Lebensmitteln; eine übertriebene Medikation bei der Behandlung von Aufmerksamkeitsdefiziten und Hyperaktivität (ADHS) und schließlich fehlende männliche Vorbilder im Bildungswesen.

Ein möglicher Weg aus der Krise – wenn auch nicht „das Allheilmittel, aber ein guter Anfang“ – ist seinen Studien zufolge der getrennte Unterricht, um den teilweise stark voneinander abweichenden Bedürfnissen von Jungen und Mädchen besser gerecht zu werden. Gerade bei der Einschulung ist das männliche Geschlecht seiner Erfahrung nach oft kognitiv und physisch noch nicht so weit wie das weibliche und daher bald frustriert. Diese Problematik erfordere einen anderen Unterricht, wofür Lehrer speziell ausgebildet und Schulbücher auch unter- schiedlich aufbereitet werden müssten.


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