hen

hen? Sieht aus wie ein Tippfehler - ist aber keiner. Wenn Sie mehr wissen wollen, lesen Sie den Artikel.

von Markus Rüther
---

Zuerst bitte auf den folgenden Link klicken. Es erscheint ein Foto, auf das sich der Artikel bezieht.

--> hier klicken!

---

Wohin blicken Merkel und die hier abgebildeten Ministerpräsidenten? Wem winken sie zu? Das Foto wurde am Mittwoch, den 22. Oktober in einer Dresdner Fabrik aufgenommen. An diesem Tag trafen sich die Regierungschefs der Länder zum Bildungsgipfel. Die Kritik an dem Ergebnis der zweistündigen Unterredung fiel derart vernichtend aus, dass wir in manchen Regionen den Nachhall der ein oder anderen Schelte noch immer vernehmen. Das dpa-Foto wurde übrigens kurz vor Beginn der Unterredung aufgenommen, und es ist uns trotz mehrtägiger Recherche nicht gelungen, herauszufinden, was sich auf der Gegenseite abspielt. Insider schweigen, erziehungstrends ermittelt. Ein Indizienbericht…

Um die Substanz der auf dem Bildungsgipfel erzielten Ergebnisse vom Nullwert wegzuzerren, haben die Berichterstatter der Nation Din-A-4-Lupen von ihren Chefredaktionen erhalten, so kann jeder noch so unscheinbare Hinweis im Gipfel-Papier aufgespürt werden. Die mit dem Fall betrauten Redakteure geben ihr Bestes – Zentimeter für Zentimeter des Protokolls wird in mühsamster Kleinarbeit abgesucht –, doch leider bleiben die Artikel, die zum Thema erscheinen, auf merkwürdige Weise unsichtbar. Vielleicht sollte man den Lesern ebenfalls große Lupen reichen? Insider geben auf Nachfrage zu Protokoll, das Ergebnis des Bildungsgipfels bestehe lediglich aus ein paar Absichtserklärungen, vagen Zielformulierungen und Entscheidungen, die vertagt wurden. Na und? Dass mit großem Pomp angekündigte Veranstaltungen schon bei der Eröffnungszeremonie in sich zusammenfallen, ist gute Tradition. Kein Grund, die Meldungen mit dem Schleier des Nichts zu versehen. Oder? Außerdem war die Truppe, wie auch andere Fotos belegen, so gut gelaunt.

«Abgeblitzt» – «Merkels ungedeckter Scheck» – «Heuchlerische Floskeln». Inzwischen wurde der ein oder andere Artikel von unserer Redaktion dann doch gefunden, gelesen, analysiert und zusammengefasst. Bemerkenswert ist hierbei allerdings, dass unterschiedliche Personen bei unterschiedlichen Artikeln in unabhängiger Arbeit voneinander trotzdem immer wieder zu demselben Resultat kommen. Reduziert man nämlich die Berichte auf ihre Zentralsubstanz, bleibt am Ende stets ein einziges Wort zurück, in dem sich alles Übrige spiegelt: «hen» (klein geschrieben). Doch wer kennt den Begriff? Handelt es sich um einen Namen? Wir haben bei der Duden-Redaktion in Mannheim nachgefragt: Leider ist das Wort unbekannt. Der Traum des Journalisten, alles in einem Wort zu sagen, hat sich also nicht erfüllt. Deshalb bitten wir unsere Leser um Mithilfe. Betrachten Sie doch bitte noch einmal das Foto am Anfang dieses Artikels! Wahrscheinlich lauert auf dem Bild die Antwort. Wer weiß zum Beispiel, wohin die Truppe blickt? Und: Warum wird gewunken? Vor allem: Worüber lacht man? Ist es die Zukunft, der man zuwinkt? Wer das Bild genauer anschaut, wird wahrscheinlich feststellen, dass unsere Volksvertreter exakt das Wort rufen, das uns noch Rätsel aufgibt – lachend, voller Zuversicht, ja beinahe entzückt rufen sie es (oder singen sie?): hen.