Faszination Wasserpfeifenrauchen
Jugendliche lieben Stimmung, eigene Atmosphäre, fremdländisch darf es sein.
Die Wasserpfeife kommt dem sehr entgegen und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Doch sie bietet nicht nur harmlose Gemütlichkeit, sondern führt vor allem zu einem sehr hohen Nikotinspiegel im Blut. So sehen Experten inzwischen das Shisha-Rauchen als gefährliche Einstiegsdroge für Jugendliche an. Dieses ist wenig bekannt.
Die Techniker Krankenkasse (TK) warnt aktuell davor, das Wasserpfeifenrauchen bei Jugendlichen zu verharmlosen. Bei einer entsprechenden Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hatten bundesweit 14% der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren im letzten Monat Shisha Tabak mittels Wasserpfeife geraucht.
Bei einer Umfrage im Berliner Bezirk Friedrichshain Kreuzberg (hoher Migranten Anteil) ergab sich eine Wasserpfeifen-Raucherquote von 31% der Kinder zwischen 10 und 15 Jahren.
Harmloses Erscheinungsbild
Ähnlich den eher saftartig schmeckenden Alcopops beim Einstieg in vermehrten Alkoholkonsum verlockt der fruchtig aromatisch schmeckende Shisha-Tabak bereits Kinder zum Rauchen. Zusätzlich wirkt die große, oft kunstvoll verzierte Wasserpfeife mit ihrem langen bunten Schlauch sehr attraktiv. Im Vergleich zum gewöhnlichen Zigaretten rauchen wirkt die Wasserpfeife gepflegt und kultiviert.
Als Treffpunkt zum gemeinsamen Inhalieren sind die orientalisch anmutenden Shisha-Bars mit Sitzkissen und bunt bemalten Wänden sehr beliebt. Aber auch zu Hause lässt sich diese Atmosphäre leicht herstellen.
Hoher Nikotinspiegel
Shishas sind jedoch keine Alternative zur Zigarette. Die Weltgesundheitsbehörde hat bekannt gegeben, dass Wasserpfeifenraucher während einer Shisha-Sitzung etwa so viel Rauch inhalieren wie bei hundert filterlosen Zigaretten.
Durch das Wasser wird der Qualm gekühlt, so dass man gewöhnlich tiefer inhaliert als bei im Hals kratzendem heißem Zigarettenrauch. Das erleichtert auch Einsteigern, nicht gleich wieder aufzugeben. Das eher Sauberkeit und natürliche Frische assoziierende Wasser verursacht so höhere Nikotinspiegel im Blut als gewöhnliche Zigaretten.
Die hohe Nikotinkonzentration begründet die Suchtwirkung und das Nikotin aus der Wasserpfeife kann so als Einstiegsdroge für Jugendliche dienen.
Oft unbekannte Gefahr
Dieser Gefahr sind sich viele Eltern und Jugendliche nicht bewusst. In der Berliner Studie war von 1147 befragten Schülern nur einem Drittel diese mögliche Folge bekannt.
Ein Grund hierfür ist auch die fehlende Kennzeichnung des Shisha-Tabaks als Gesundheit gefährdend, wie wir es von den herkömmlichen Zigarettenpackungen kennen.
Um dieses Anliegen bemüht sich die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, hatte damit aber bisher kaum Erfolg, da der Shisha-Tabak nicht von den großen Konzernen vertrieben wird und sich meist als „Grauimport“ aus arabischen Ländern jeder Kontrolle entzieht..
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