Hoher Unterrichtsausfall senkt das Schulniveau
Wie die Badische Zeitung (8.5.09) meldet, fallen in Baden Württemberg landesweit 1,4 Millionen Unterrichtsstunden in diesem Schuljahr aus; so hat die SPD anhand aktueller Daten des Kultusministeriums hochgerechnet. Dabei liegen die beruflichen Schulen und das Gymnasium mit 4,4 % Unterrichtsausfall weiterhin an letzter Stelle, während die Grundschule mit 0,9 % am besten abschneidet. In vielen anderen Bundesländern wird es eher noch schlechter aussehen.
von Bert Pfahl
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Gründe für den Unterrichtsausfall
Der Kultusminister von Baden-Württemberg, Helmut Rau (CDU), gibt als Hauptgründe für den Unterrichtsausfall den hohen Krankenstand der Lehrer (56 %) und die Fortbildungsmaßnahmen (18 %) an. Da die Lehrerreserve, die bei Krankheit der Kollegen oder weil sie auf Fortbildung sind, einspringen können, zu gering ist, kommt es zu diesen großen Lücken im regulären Unterricht. Rechnet man die fachfremd gegebenen Stunden und diejenigen, bei denen nur ein Lehrer Aufsicht führt, hinzu, kommt man zu einer noch höheren Ausfallquote.
Schulreform-Diskussionen
Geht man davon aus – und die Kultusministerien werden das ja tun -, dass der Unterricht das wichtigste Element für das Lernen der Schüler ist, dann sind alle Diskussionen um Schulreformen müßig, so lange nicht an dieser entscheidenden Stelle für Abhilfe gesorgt wird. Den unverhältnismäßig hohen Krankenstand bei Lehrern, der offensichtlich mit dem sog. „Burn-out-Syndrom“ zu tun hat, alleine zu beklagen, genügt nicht. Die erste Forderung zur Verbesserung der schulischen Qualität lautet daher: Die Schüler haben ein Recht auf die volle, ihnen zustehende Stundenzahl. In einem zweiten Schritt kann dann über eine Verkleinerung der Klassen nachgedacht werden, da sie nachweislich zu einem effizienteren Lernen führen. Außerdem würde dies eine große Entlastung der Lehrer mit Korrekturfächern bedeuten, da sie dann weniger Klassenarbeiten nachsehen müssten.
Erst danach macht es Sinn, in eine Diskussion über Schulreformen einzutreten. Wenn wir wirklich von den PISA-Siegern lernen wollen, dann sollten wir einmal die tatsächlich gehaltenen Unterrichtsstunden mit Finnland vergleichen und in diesem Punkt aufholen. Wenn wir dann noch, wie in Finnland, die Lehrer von allen Organisationsaufgaben befreien, sie so gut wie dort bezahlen, die Klassengröße an finnische Verhältnisse anpassen, werden auch wir zu den Gewinnern gehören, vor allem die Schüler.
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