Dramatischer Rückgang der Schülerzahlen

Dramatischer Rückgang der Schülerzahlen

Aus den neuesten Veröffentlichungen des Statistische Bundesamtes Wiesbaden geht hervor, dass auch im letzten Jahr mit einer Abnahme von 2,7% die neuen Bundesländer (einschließlich Berlin) vom Schülerrückgang am stärksten betroffen waren. Damit hat sich in den letzten 10 Jahren die Schülerzahl in den neuen Bundesländern an den allgemeinbildenden Schulen fast halbiert (-45,5%).

von Horst Hennert
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Überall ist ein Schülerrückgang zu verzeichnen

Nach den noch vorläufigen Angaben besuchten im Schuljahr 2008/09 in Deutschland rund 9 Millionen Schülerinnen und Schüler allgemeinbildende Schulen; das sind 158.400 (-1,7%) weniger als im Vorjahr.

Der deutlichste Rückgang gegenüber dem Vorjahr war 2008/09 in Mecklenburg-Vorpommern zu verzeichnen (-6,4%). Er fiel aufgrund des doppelten Abiturjahrgangs aus dem Schuljahr 2007/08 auch im Vergleich zu den übrigen neuen Bundesländern überdurchschnittlich hoch aus. Im früheren Bundesgebiet betrug die Abnahme im laufenden Schuljahr 1,6% (-121.300) gegenüber dem Vorjahr. Der größte Rückgang (-2,8%) betraf das Saarland, der kleinste (-0,1%) Hamburg. Aber auch im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen ging die Schülerzahl auf 2,2 Millionen um 2% zurück.

Daten nach Schularten

Die stärksten Rückgänge sind mit 7,1% (- 63.400) an den Hauptschulen zu verzeichnen, wobei dies in einzelnen Bundesländern an Schulreformen liegt, die Haupt- und Realschulen in SekI-Schulen zusammengefasst haben. Auf diesem Hintergrund sind die Rückgänge der Hauptschülerzahlen in Bremen (-54,2%), Hamburg (-20,7%) und Schleswig-Holstein (-19,8%) zu sehen.
Korrespondierend dazu nahm in Hamburg die Zahl der Schülerinnen und Schüler an Schularten mit mehreren Bildungsgängen im Vergleich zum Vorjahr um 121% zu. Die demografische Entwicklung hat bisher noch nicht zu einem Rückgang der Zahl der Gymnasialschüler geführt. Im Schuljahr 2008/09 besuchten 2 470 000 Schülerinnen und Schüler ein Gymnasium. Das waren 0,1% mehr als im Vorjahr und 20,6% mehr als im Schuljahr 1992/93.

Der Anteil der Jungen oder jungen Männer an allen Schülerinnen und Schülern in allgemeinbildenden Schulen betrug 50,8%. In den einzelnen Schularten gab es deutliche Unterschiede: Dabei ist besonders auffallend, dass nur 46,8% im Gymnasien Jungen sind, aber 63,3% in Förderschulen.

Konsequenzen für die Bildungspolitik

Mehrere wichtige Ergebnisse lassen sich aus diesen Zahlen für die Bildungspolitik erschließen:

- Der Schülerrückgang schreitet weiterhin kontinuierlich fort. Die demografische Abwärtsentwicklung ist nicht gestoppt.
- In den neuen Bundesländern ist das „Schulsterben“ nicht aufzuhalten.
- Das Gymnasium bleibt die beliebteste Schulform.
- Die Mädchen laufen den Jungen in den höher qualifizierenden Schulen weiter den Rang ab.

Die Bildungspolitiker müssen zur Kenntnis nehmen, dass das Gymnasium von den meisten Eltern bevorzugt gesucht wird. Daher sollte endlich damit aufgehört werden, über seine Abschaffung weiter zu diskutieren.

Die Schere zwischen Jungen und Mädchen in der höheren Bildung geht weiter zu Ungunsten der Jungen auseinander. Eine gezielte Jungenförderung muss daher endlich umgesetzt und nicht nur propagiert werden.

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> Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr.066 vom 26.02.2009