Rivale Fernsehen
Im Wettlauf um die Eroberung des Geistes und der Herzen ihrer Kinder erleben Eltern die elektronischen Medien als ihre Rivalen. Erfahrene Eltern wollen und können den Zweikampf gewinnen. Sie müssen die Herrschaft über die Auswahl von dem behalten, was im Fernsehen oder sonstwo an Filmen, Musikshows und Videospielen angeboten wird. Denn sie sind sich bewusst, dass die elektronischen Apparate zwar nicht immer, aber oft das genaue Gegenteil von dem eintrichtern, wozu sie ihre Kinder erziehen wollen. Von Glaube, Hoffnung und Liebe ist da nichts zu vernehmen. Eine materialistische Sicht des Lebens ist Trumpf.
Urteile und Emotionen
Statt gesundes Urteilen zu fördern werden geistlose Emotionen geweckt. Aus Wünschen werden Bedürfnisse gemacht. Von Verantwortung ist kaum die Rede. Um so mehr wird die Eitelkeit gestreichelt und egoistische Gleichgültigkeit gegenüber der Würde und den Rechten anderer verherrlicht. Statt zum Maßhalten und Durchhalten anzuleiten wird zu konsumorientierter Weichheit verleitet, zur Flucht aus der Wirklichkeit. Selbstgefälligkeit beherrscht das Feld bis hin zum Sex aus Spaß. Als sei dies das normale Leben, zu bewundern, jungen Leuten zur Nachahmung empfohlen.
Nicht, dass erfahrene Eltern nicht wüssten, dass die Medien auch viel Gutes haben. Natürlich gibt es da so etwas wie gesunde maßvolle Erholung mit Einsatz der Medien. Das nutzen sie dann auf eine vernünftige, gezielte Weise. Und es fördert sogar die Familie und bringt sie zusammen. Aber was heißt auf vernünftige Weise? Erstens erlauben solche Eltern, um ihrer Verantwortung leichter gerecht zu werden, nur einen Fernseher im Haus. Sportsendungen, gute Filme oder Shows, Dokumentarfilme und die Nachrichten schaut sich die Familie gemeinsam an. Und basta.
Eltern wählen
Die Eltern wählen aus, was angeschaut wird und wann. Natürlich dürfen die Kinder Wünsche äußern und Vorschläge machen. Aber entscheiden tun die Eltern. Das ist übrigens schon ein Gebot ihrer „leadership“, ihres Führungsanspruchs. Es hebt nebenbei die Autorität der Eltern. In den Augen der Kinder haben die elektronischen Medien große Macht und Autorität. Wer diese Macht und Autorität beherrscht, ist noch mächtiger. Schon diese Lektion zu lernen, zahlt sich aus.
Bildung der Unterscheidung
Erfahrenen Eltern geht es bei alledem aber nicht nur darum, ihre Kinder zu beschützen. Worauf sie hinauswollen, ist, deren Unterscheidungsgabe auszubilden. Die Kinder erleben mit, wie die Eltern überlegen und urteilen, wie sie um eine angemessene Ausübung ihrer Autorität bemüht sind. Und so lernen sie anzunehmen, was gut ist, und abzulehnen, was schlecht ist. Und vor allem lernen sie, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Vorgehen in der Familie
In einer christlichen Familie läßt sich das richtige Vorgehen leicht bestimmen. Es herrscht eine einfache Regel: In dieser Wohnung wollen wir nichts, was den Materialismus verherrlicht und unser elterliches Bemühen, hier christlich zu erziehen, konterkariert. Das heißt: Keine Pornographie oder was in die Richtung geht. Keine mutwillige Gewalt. Keine Darstellung von Missachtung der Rechte und Würde anderer. Das gilt für Fernsehen, Bücher, Illustrierte, Filme, Videospiele, Songtexte, Poster. Derlei agressives Zeug wollen wir hier nicht, unter keinem Vorwand und zu keiner Zeit.
Kinder, die heute aufwachsen, werden diese moralische Lektion lernen müssen. Und sie müssen lernen, dass sie für das ganze Leben gilt. Die altbewährte moralische Unterscheidung zwischen gut und böse wird heutzutage, das ist schon merkwürdig genug, zu einer Frage des Alters gemacht: „nur ab 17 Jahre..“, „nur für reiferes Publikum..“, „nur für Erwachsene..“, usw. Kaum zu verwundern, wenn dann heute Kinder meinen, ab 16 sei alles erlaubt. Was ihnen nottut, ist, ihre Eltern nach christlichen Grundsätzen leben zu sehen. Auch wir Erwachsenen sind Kinder Gottes und müssen ihn lieben und ihm gehorchen - unser ganzes Leben lang. Egal wie alt, wir sind gerufen, als Freunde Gottes zu leben. Für Erwachsene gilt das christliche Sittengesetz nicht weniger als für Kinder.
Werden die elektronischen Medien, wie hier beschrieben, mit Unterscheidungsgabe von den Eltern unter Aufsicht gehalten, geschieht in der Familie etwas Wunderbares. Eltern und Kinder finden Zeit, einander viel besser zu kennen und viel tiefer zu lieben. Es gibt viel mehr Familienleben. Auch wachsen die Kinder miteinander und aneinander körperlich wie geistig kräftiger heran - mit gemeinsamem Sport, Aufgaben im Haus, beim Spielen, mit geteilten Hobbies, durch Lesen und Gespräche. Sie werden reifer im gesunden Urteilen, in der Übernahme von Verantwortung, in der Ausdauer und in der Selbstbeherrschung. Sie saugen Familienerinnerungen auf, von denen sie ihr Leben lang zehren. Diese stabilisieren noch die Familien, die sie später selbst gründen werden.
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