Latein ist wieder sehr gefragt
In den 70er Jahren war Latein als „tote Sprache“, mit der man nichts anfangen konnte, verpönt. Ganz Generationen von Schülern machten ihr Abitur ohne sich mit der lateinischen Sprache „herumschlagen“ zu müssen. Ist es nur eine vorübergehende Mode, oder hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Latein nicht nur zu unserer Kulturgeschichte gehört, sondern auch eine gute Schule für logisches Denken und eine hilfreiche Grundlage für den Erwerb anderer Sprachen ist?
von Bert Pfahl
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Lateinlehrer sind gesucht
Die Zeit, da in den Gymnasien Latein nur ein Randdasein für einige Spezialisten fristete, ist längst vorbei. Jeder Lehrer, der Latein als Fach hat, kann sich heute die Schule aussuchen, an der er unterrichten möchte. Derzeit erlebt Latein geradezu einen Boom an deutschen Schulen: Um gut ein Drittel ist in den letzten sechs Jahre die Zahl der Lateinschüler an den Gymnasien angestiegen.
Das Fach wird von so vielen Schülern gewählt, dass einzelne Schulen händeringend und vergeblich nach Lateinlehrern suchen. Denn jahrelang wurden nur noch wenige von ihnen ausgebildet. Daher gibt es jetzt viel zu wenig, die dieses Fach unterrichten können. Viele Schulen müssen sich mit fachfremdem Unterricht behelfen.
Latein wird offensichtlich wieder als Teil unserer Kulturgeschichte, aber auch als gute Voraussetzung für den weiteren Fremdsprachenerwerb angesehen. Auch die alten Klassiker erfreuen sich neuer Beliebtheit und werden im Unterricht wieder gelesen.
Auch Langenscheidt hat dem Rechnung getragen und jetzt ein neues Handbuch für Schüler herausgebracht, das zum künftigen Standardwerk werden könnte: Langenscheidt Großes Schulwörterbuch Lateinisch-Deutsch. Mit über 80.000 Stichwörtern und Wendungen auf 960 Seiten und einem Anhang von 100 Seiten mit ausführlichen Deklinations- und Konjugationsübersichten, Verbtabellen sowie Informationen zum römischen Kalender, zu Aussprache, Maßen, Gewichten und Münzen möchte es bei noch mehr Schülern den Spaß an der offensichtlich nicht tot zu kriegenden Sprache fördern.
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