Unerlaubte Verlängerung der Ferien kostet Geld
Immer häufiger geschieht es, bemängelt der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württembergs, dass mit Schwindeleien und unwahren Entschuldigungen Eltern ihre schulpflichtigen Kinder zum Schwänzen des Unterrichts anhalten. Ohne Unrechtsbewusstsein geschieht dies mit vorgeschobenen Krankheiten vor allem, wenn es darum geht, die Ferien zu verlängern.
von Horst Hennert
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Den Schaden haben die Schüler
Um eine Verlängerung des Familienurlaubs zu erreichen, sind Eltern oft bereit, alle Register zu ziehen, um ihre Kinder länger von der Schule fern zu halten, ohne dabei zu bedenken, dass sie an erster Stelle ihren eigenen Kindern schaden. Auch dadurch, dass sie ihnen beibringen, wie man mit Tricksereien Gesetze und Bestimmungen umgehen kann. Später sind sie erstaunt, dass ihre inzwischen größer gewordenen Kinder sich nicht an Recht und Ordnung halten, denn sie sind „bei ihnen in die Schule gegangen“.
Schon 2005 hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) entschieden, dass eine Beurlaubung vom Schulbesuch vor oder nach den Ferien nur in „besonders begründeten Ausnahmefällen“ gewährt werden kann. Sollten die Eltern unentschuldigt oder ohne schwerwiegenden Grund ihr Kind nicht rechtzeitig nach den Ferien zur Schule schicken, so kann das teuer werden: ein Bußgeld von mehreren hundert Euros kann verhängt werden.
Noch schwerwiegender sind aber oft weitere Folgen elterlicher Unverantwortlichkeit, so ein VBE-Sprecher: „Schulschwänzen kann Schülern von deren Erziehungsberechtigten auch regelrecht antrainiert werden. Eltern, die ihr Kind bei kleinsten Befindlichkeitsstörungen oder gar nur Unlustgefühlen nicht zum Unterricht schicken und es wegen „Krankheit“ entschuldigen, bereiten dem späteren Schulschwänzen den Nährboden. Mit zunehmendem Alter nehmen sich diese verwöhnten Kinder schon bei den geringsten zu erwartenden Schwierigkeiten ihre Auszeit, um der unangenehmen Situation aus dem Weg zu gehen. Die Hemmschwelle, sich selbst zu beurlauben, sinkt, die Fehlzeiten werden häufiger und länger.“
Das könne in einen Teufelskreis münden, der schließlich bei jugendlicher Kriminalität ende, denn es sei bekannt, dass viele von ihnen ihre „Karriere“ mit Schuleschwänzen begonnen haben.
Es sei also kurz vor den Sommerferien allen Eltern dringend geraten, Beginn und Ende der Ferien nicht aus dem Blick zu verlieren und sich nicht auf unehrliche Machenschaften einzulassen.
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