Option für die Familie im neuen Jahr - Texte von Papst Benedikt XVI.
Zu Beginn des neuen Jahres werden uns von vielen Seiten Prognosen und Prophezeiungen vorgetragen, Ängste geschürt und Hoffnungen geweckt. Für junge Menschen wird auch im neuen Jahr entscheidend sein, welchen Rückhalt, welche Hilfe und Geborgenheit der einzelne in seiner Familie erfährt. Daher dokumentieren wir einige Auszüge einer Ansprache am Familiensonntag von Papst Benedikt XVI., der nicht müde wird, die große Bedeutung der christlichen Familie hervorzuheben.
zusammengestellt von Horst Hennert
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Die Familie als Gemeinschaft der Liebe
„Die ersten Zeugen der Geburt Christi, die Hirten, trafen nicht allein auf das Jesuskind, sondern auf eine kleine Familie: Mutter, Vater und das soeben geborene Kind. Gott wollte sich offenbaren, indem er in einer menschlichen Familie geboren wurde, und aus diesem Grund ist die menschliche Familie Bild Gottes geworden! Gott ist dreifaltig, er ist Gemeinschaft der Liebe, und die Familie ist bei allem Unterschied zwischen dem göttlichen Geheimnis und seinem menschlichen Geschöpf ein Ausdruck, der das unergründliche Geheimnis des Gottes widerspiegelt, der Liebe ist.
Der Mann und die Frau, die nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen sind, werden in der Ehe „ein Fleisch“ (Gen 2,24), das heißt eine Gemeinschaft der Liebe, die neues Leben zeugt. Die menschliche Familie ist in einem gewissen Sinn sowohl durch die interpersonelle Liebe als auch durch die Fruchtbarkeit der Liebe Bild der Dreifaltigkeit.“
Kinder sind ein Geschenk Gottes
„In der Episode des zwölfjährigen Jesus im Tempel (vgl. Lk 2,49) tritt der junge Jesus voller Eifer für Gott und den Tempel auf. Stellen wir uns die Frage: Von wem hatte Jesus die Liebe zu dem gelernt, was seinem Vater „gehört“? Als Sohn besaß er gewiss eine innige Kenntnis Gottes, eine tiefe persönliche und anhaltende Beziehung mit seinem Vater, in seiner konkreten Erziehung jedoch hat er die Gebete, die Liebe zum Tempel und den Einrichtungen Israels mit Sicherheit von seinen Eltern gelernt. Wir können also sagen, dass die Entscheidung Jesu, im Tempel zu bleiben, vor allem Frucht seiner innigen Beziehung zum Vater, aber auch Ergebnis der von Maria und Josef empfangenen Erziehung war.
Hier können wir den echten Sinn der christlichen Erziehung sehen: sie ist das Ergebnis einer stets zu suchenden Zusammenarbeit zwischen den Erziehern und Gott. Die christliche Familie ist sich bewusst, dass die Kinder Geschenk und Plan Gottes sind. Daher kann sie sie nicht als ihren Besitz betrachten, sondern dient in ihnen dem Plan Gottes und ist so dazu berufen, sie zur größten Freiheit zu erziehen, die gerade darin besteht, Ja zu Gott zu sagen, um seinen Willen zu tun.“
Familie als Schule von Werten und Tugenden
„Gott kommt im Schoß einer Familie zur Welt und zeigt so, dass diese Einrichtung ein sicherer Weg ist, um ihm zu begegnen und ihn kennenzulernen; ebenso erweist sie sich als ständige Berufung, für die Einheit aller in der Liebe zu arbeiten. Daher besteht einer der wichtigsten Dienste, die wir Christen den anderen leisten können, darin, unser ruhiges und festes Zeugnis für die auf der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau gegründeten Familie zu bieten, sie zu schützen und zu fördern, da diese Einrichtung von höchster Wichtigkeit für die Gegenwart und die Zukunft der Menschheit ist.
Die Familie nämlich ist die beste Schule, in der jene Werte erlernt und gelebt werden können, die einer Person Würde verleihen und Völker groß machen. Darüber hinaus wird in ihr Leid und Freud geteilt. Alle wissen sich von fühlbarer Liebe umhüllt, die daheim allein aufgrund der Tatsache herrscht, dass man Mitglied derselben Familie ist...
Durch das tägliche Gebet, die ständige Praxis der Tugenden, das gegenseitige Verständnis und die gegenseitige Achtung wird sie genährt und gestärkt.“
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