Drei Filmrezensionen: The Artist - Fünf Freunde - The Descendants
Heute stellen wir Ihnen drei Filme vor: "The Artist" behandelt den Übergang vom Stumm- zum Tonfilm und die damit verbundenen massiven Veränderungen. George Clooney spielt in "The Descendants" einen Familienvater, der sich nach dem Sportunfall seiner Frau erstmals um seine zwei Töchter kümmern muss. Enid Blyton (1897-1968) gehört zu den erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen weltweit. Aus ihren in den vierziger bis sechziger Jahren veröffentlichten 21 „Fünf Freunde“-Bänden ist der gleichnamige Film hervorgegangen.
The Artist
Filmische Qualität: 5 von 5 Punkten
Regie: Michel Hazanavicius
Darsteller: Jean Dujardin, Bérénice Bejo, John Goodman, James Cromwell, Penelope Ann Miller, Missi Pyle, Ed Lauter, Beth Grant, Ken Davitian, Bitsie Tulloch, Bob Glouberman
Land, Jahr: Frankreich 2011
Laufzeit: 100 Minuten
Genre: Drama
Publikum: Jugendliche, Erwachsene
Einschränkungen: --
Regie: Michel Hazanavicius
Darsteller: Jean Dujardin, Bérénice Bejo, John Goodman, James Cromwell, Penelope Ann Miller, Missi Pyle, Ed Lauter, Beth Grant, Ken Davitian, Bitsie Tulloch, Bob Glouberman
Land, Jahr: Frankreich 2011
Laufzeit: 100 Minuten
Genre: Drama
Publikum: Jugendliche, Erwachsene
Einschränkungen: --
Rezension: JOSÉ GARCÍA - www.textezumfilm.de
Foto: © Delphi
Der Übergang von Stumm- zum Tonfilm kann als der größte Umbruch schlechthin in der Kinogeschichte bezeichnet werden. Für die Schauspieler bedeutete dies eine ungeheure Umstellung: Plötzlich war das betonte, theaternahe Mienenspiel der großen Gesten nicht mehr gefragt. In den Jahren 1928/1929 gingen viele Schauspielerkarrieren zu Bruch, darunter etwa auch die von Asta Nielsen (1881–1972): Der wohl größte Star des Stummfilms drehte einen einzigen Tonfilm. Der französische Drehbuchautor und Regisseur Michel Hazanavicius hat nun mit „The Artist“ diese Zeit wiedererstehen lassen, den er folgerichtig als Stummfilm in Schwarzweiß drehte.
Bereits der aufwändige, präzis gezeichnete Vorspann und das 1,33:1-Bild-Format evozieren die 1920er Jahre. Die erste Sequenz spielt denn auch in einem vollbesetzten Kinosaal im Jahr 1927. Auf der Leinwand wird der neue Film mit Charmeur George Valentine (Jean Dujardin) gespielt, begleitet von der Livemusik aus dem Orchestergraben mit der ebenfalls Stummfilm-Anmutung. Die Stummfilm-Optik verbindet Hazanavicius allerdings mit moderner Technik. Kameramann Guillaume Schiffman drehte in Farbe, weil das heutige Schwarz-Weiß „viel zu scharf, viel zu genau und kontrastreich“ sei, sodass etwa die Gesichter vom Licht weicher modelliert werden. Darüber hinaus findet Guillaume Schiffman ebenfalls eine gute Balance zwischen den statischen Einstellungen und den Kamerabewegungen. Dies stellt er bereits in der ersten Sequenz unter Beweis, als er den Kinosaal schräg filmt, sodass die Leinwand und das Publikum gleichzeitig zu sehen sind. Weil „The Artist“ bis auf zwei Szenen vollständig als Stummfilm gedreht wurde, spielt die Filmmusik eine herausragende, ja tragende Rolle.
„The Artist“ ist der bereits erwähnte George Valentine, der sich nach der Premiere zunächst auf der Bühne zusammen mit seinem kleinen Jack Russell-Terrier Uggie feiern lässt und dann vor dem Kinoeingang unter dem Blitzlichtgewitter der Fotografen ein Bad in der Menge nimmt. Im Getümmel schafft es die junge, temperamentvolle Peppy Miller (Bérénice Bejo), an Georges Seite abgebildet zu werden, sodass die beiden am nächsten Tag auf der Titelseite der großen Tageszeitungen zu sehen sind. Davon ermutigt, nimmt Peppy an einem Casting teil, bei dem sie im neuen Film mit George Valentine eine kleine Rolle bekommt. Obwohl sich die beiden auf den ersten Blick sympathisch sind, bleibt der Charmeur seiner Frau Doris (Penelope Ann Miller) treu. Der erfahrene Schauspieler gibt der Anfängerin einige Tipps, aber die beiden verlieren sich aus den Augen. Als sie sich nach einiger Zeit wiedersehen, hat sich Hollywood grundlegend verändert: Zusammen mit dem Tonfilm ist Peppys Stern kometenhaft gestiegen, während sich George weigert, sich anzupassen: Er setzt weiterhin auf den Stummfilm, was unweigerlich zu seinem Niedergang führt.
Obwohl das Drehbuch keine allzu große Originalität für sich beanspruchen kann und sich dementsprechend die Dramaturgie eher konventionell ausnimmt, besticht der Film wegen der Inszenierung nach Art klassischer Hollywood-Stummfilme etwa durch die Gestik der Schauspieler, aber auch durch seine geradlinige Erzählweise. Michel Hazanavicius fängt die auf grundsätzlichen menschlichen Empfindungen basierende, für das klassische Hollywood charakteristische Melodramatik hervorragend ein. Zwar wirft „The Artist“ auch Seitenblicke auf das sogenannte alte Studio-System, etwa in der Person des Produzenten Al Zimmer (John Goodman), der als harter, allein bestimmender Geschäftsmann mit weichem Kern gezeichnet wird. Im Mittelpunkt des Filmes von Michel Hazanavicius stehen jedoch die zwei Hauptcharaktere – was wiederum auf die Bedeutung der Stars zu einer Zeit hinweist, als die Filme fast ausschließlich von den Schauspielern lebten.
„The Artist“ lebt denn auch von den Schauspielern. Jean Dujardin gestaltet seinen George Valentin als eine Mischung aus Rudolph Valentino und Douglas Fairbanks, als den gefeierten Darsteller, der gerne im Mittelpunkt steht und sich seine Würde bewahrt, selbst nachdem er von allen vergessen wird. Bérénice Bejos Peppy Miller bleibt trotz ihres Aufstiegs das einfache, herzensgute Mädchen, das ihr einstiges Idol aus der Lethargie erwecken möchte. Auch in den Nebenrollen bestens besetzt mit den bereits erwähnten John Goodman und Penelope Ann Miller, aber auch mit James Cromwell als treuem Butler und Chauffeur von George sowie mit dem großartigen Hund Uggie (der in Cannes 2011 den „Palm Dog Award als bester Hundedarsteller“ gewann), ist die Schauspielführung seitens des Regisseurs besonders hervorzuheben. Er zügelt die heutigen Sehgewohnheiten übertrieben erscheinende Gestik der Darsteller, die sich zwar bühnennah ausnimmt, weil sie allein die inneren Empfindungen darstellen muss, die aber in keinem Augenblick grotesk erscheint.
Auf dem Filmfestival von Cannes 2011 wurde Jean Dujardin als Bester Schauspieler ausgezeichnet. „The Artist“ gewann kürzlich drei Golden Globes (darunter „Bester Film des Jahres“ und „Beste Regie“) und gilt als aussichtsreicher Anwärter für die diesjährige Oscar-Verleihung.
Fünf Freunde
Filmische Qualität: 2 von 5 Punkten
Regie: Mike Marzuk
Darsteller: Valeria Eisenbart, Quirin Oettl, Justus Schlingensiepen, Nele-Marie Nickel, Michael Fitz, Anja Kling, Armin Rohde, Anatole Taubmann, Anna Böttcher
Land, Jahr: Deutschland 2012
Laufzeit: 93 Minuten
Genre: Kinderbuch-Verfilmung
Publikum: alle (FSK: ohne Altersbeschränkung)
Einschränkungen: --
Regie: Mike Marzuk
Darsteller: Valeria Eisenbart, Quirin Oettl, Justus Schlingensiepen, Nele-Marie Nickel, Michael Fitz, Anja Kling, Armin Rohde, Anatole Taubmann, Anna Böttcher
Land, Jahr: Deutschland 2012
Laufzeit: 93 Minuten
Genre: Kinderbuch-Verfilmung
Publikum: alle (FSK: ohne Altersbeschränkung)
Einschränkungen: --
Rezension: JOSÉ GARCÍA - www.textezumfilm.de
Foto: © Constantin
Die britische Schriftstellerin Enid Blyton (1897-1968) gehört zu den erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen weltweit. Viele ihrer mehr als 750 Bücher erschienen als Reihen, so etwa die „Geheimnis um…“, die „Hanni-und-Nanni-“ und die „Schwarze-Sieben-Reihe“ sowie die in den vierziger bis sechziger Jahren veröffentlichten 21 „Fünf Freunde“-Bände. Basierend auf dieser Buchreihe verfassten Peer Klehmet und Sebastian Wehling das Drehbuch zu dem nun anlaufenden Spielfilm „Fünf Freunde“, bei dem Mike Marzuk Regie führt.
Marzuks Film erzählt davon, wie sich die „Fünf Freunde“ finden: Die drei Geschwister Julian (Quirin Oettl), Dick (Justus Schlingensiepen) und Anne (Nele-Marie Nickel) kommen aufs Land, um bei ihrer elfjährigen Kusine Georgina (Valeria Eisenbart) die Ferien in der sommerlichen deutschen Küstenlandschaft zu verbringen. Georgina, die nicht nur wie ein Junge aussieht, sondern auch ein Junge sein möchte, weshalb sie auf dem Namen George besteht, zeigt sich nicht besonders erfreut darüber. „George“ möchte lieber allein mit Hund Timmy sein. Als aber Timmy in eine Grube fällt, und die Geschwister ihn daraus holen, beginnt George Julian, Dick und Anne sympathisch zu finden. Bei einem Ausflug an den Strand entdecken sie in einer alten Schmugglerhöhle ein rätselhaftes Versteck, aus dem herauszulesen ist, dass Georges Vater Quentin (Michael Fitz), ein berühmter Erfinder, der sich auf einer Felseninsel ein Labor eingerichtet hat und dort an einer neuartigen Energiegewinnungsmethode forscht, entführt werden soll. Allerdings glauben weder die Polizisten Peters und Hansen (Armin Rohde, Johann von Bülow) noch Georges Mutter Fanny (Anja Kling) den Kindern. Als eines Abends die mit Quentin verabredeten Lichtsignale von der Insel ausbleiben, machen sich die Fünf Freunde selbst auf die gefährliche Jagd nach den Gangstern, um Quentin zu retten. Die Spuren führen sie zu zwei verdächtigen Tierfilmern (Alwara Höfels, Elyas M’Barek) und einem mysteriösen Touristen (Anatole Taubmann), der sich als Agent der Regierung ausgibt.
Die Kinderdarsteller, allen voran Valeria Eisenbart, die bereits in „Wickie auf großer Fahrt“ ihr Schauspieltalent unter Beweis gestellt hatte, überzeugen. Auch die anderen Kinder bieten Identifikationspotential: Als Ältester wäre Julian gerne der Anführer der „Fünf Freunde“, während Dick durch sein enormes Wissen glänzt und Anne als „einziges Mädchen“ einfach niedlich aussieht. Dennoch überzeugt Marzuks Film nicht ganz. Das liegt nicht nur daran, dass die erwachsenen Schauspieler Anja Kling und Achim Rohde stereotype, aus etlichen deutschen Kinderfilmen bekannte Rollen spielen, sondern vor allem an den vielen Ungereimtheiten in der Dramaturgie, die einfach auf Ellipsen zurückgreift, um Drehbuchlöcher zu stopfen. Auch wirkt Einiges zu glatt und einfach überdimensioniert: Als beispielsweise die Kinder eine „Rettet die Robben“-Aktion starten, fragt sich der Zuschauer, woher sie so schnell die Requisiten bekommen haben. Die vom Verleih angesprochene Modernisierung der Buchvorlage, die sich etwa in der Forschung von Georges Vater an umweltfreundlichen Energiequellen sowie in Äußerlichkeiten wie Dicks moderner Kopfbedeckung niederschlägt, findet keine Entsprechung in einer Inszenierung, die einfach auf den ausgetretenen Pfaden deutscher Kinderbuch-Verfilmungen wandelt. Wie so oft bei Filmadaptionen bekannter Jugendbücher setzen die Filmemacher auf den Bekanntheitsgrad der „Fünf Freunde“ auch unter heutigen Kindern.
Wohl deshalb und wegen der gut aufgelegten Kinderdarsteller wird die trotz aller Schwächen kindgerechte Enid Blyton-Verfilmung die Jüngeren dennoch sicher unterhalten und die Eltern mit etwas Nostalgie an ihre Kindheit zurückdenken lassen.
The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten
Filmische Qualität: 4,5 von 5 Punkten
Regie: Alexander Payne
Darsteller: George Clooney, Shailene Woodley, Beau Bridges, Robert Forster, Judy Greer, Matthew Lillard, Nick Krause, Amara Miller, Mary Birdsong
Land, Jahr: USA 2011
Laufzeit: 115 Minuten
Genre: Drama
Publikum: Jugendliche, Erwachsene
Einschränkungen: Obszöne Dialoge
Regie: Alexander Payne
Darsteller: George Clooney, Shailene Woodley, Beau Bridges, Robert Forster, Judy Greer, Matthew Lillard, Nick Krause, Amara Miller, Mary Birdsong
Land, Jahr: USA 2011
Laufzeit: 115 Minuten
Genre: Drama
Publikum: Jugendliche, Erwachsene
Einschränkungen: Obszöne Dialoge
Rezension: JOSÉ GARCÍA - www.textezumfilm.de
Foto: 20th Century Fox
George Clooney gehört zu den markantesten Charakterdarstellern im heutigen Hollywood. Dies verdankt er Spielfilmen, in denen er Rechtsanwälte („Michael Clayton“, 2007), Manager („Up in the Air“, 2009) oder Politiker („The Ides of March“, 2011) weltmännisch in feinem Zwirn darstellt. Die von ihm verkörperten Figuren sind meistens geschieden oder unverheiratet, jedenfalls aber kinderlos. Mit diesem Image bricht Clooney im nun anlaufenden Spielfilm „The Descendants“ grundlegend, nicht nur äußerlich, weil er vorwiegend in Hawaii-Hemd und Sandalen zu sehen ist. Darüber hinaus spielt der amerikanische Darsteller darin einen Familienvater, der sich nach dem Sportunfall seiner Frau erstmals um seine zwei Töchter kümmern muss.
Basierend auf dem ersten, auf Deutsch unter dem Titel „Mit deinen Augen“ erschienenen Roman der hawaiianischen Autorin Kaui Hart Hemmings erzählen Regisseur Alexander Payne und seine Mit-Drehbuchautoren Nat Faxon und Jim Rash in „The Descendants“ von Matt King (George Clooney), der zwar auf Hawaii lebt, von den Vorzügen des vermeintlichen Paradieses jedoch kaum Notiz nimmt. Bereits am Anfang teilt seine Off-Stimme dem Zuschauer mit, dass für ihn, der beispielsweise seit 15 Jahren nicht mehr auf einem Surfbrett stand, Hawaii ein Ort wie jeder andere ist, an dem er seine liebe Mühe hat, seinen Alltag als Rechtsanwalt zu bewältigen. Matt Kings Leben wird noch komplizierter, als seine Frau nach einem Sportunfall vor dem Strand von Waikiki ins Koma fällt. Nun muss er, der sich bislang als „Reservebank-Vater“ verstanden hat, einen neuen Zugang zu seinen beiden Töchtern, der altklugen 10-jährigen Scottie (Amara Miller) und der pubertär-rebellischen 17-jährigen Alexandra (Shailene Woodley), finden.
Als wäre dies für den Mittvierziger nicht kompliziert genug, drängen ihn jetzt seine Verwandten dazu, den uralten, von ihm verwalteten Grundbesitz zu verkaufen. Die meisten Angehörigen, insbesondere Matts Cousin Hugh (Beau Bridges), sind dafür, diesen unberührten tropischen Strandabschnitt auf den Inseln einem Immobilienkonsortium zu veräußern, das in der malerisch gelegenen Bucht ein Luxushotel bauen will. Als Alexandra enthüllt, dass ihre Mutter zum Zeitpunkt des Unfalls mitten in einer Affäre mit einem anderen Mann steckte, macht sich Matt zusammen mit seinen Töchtern und mit Sid (Nick Krause), Alexandras kindischem bestem Freund, auf die Suche nach dem Liebhaber seiner Frau.
In „The Descendants“ entwickelt Mit-Drehbuchautor und Regisseur Alexander Payne mehrere Handlungsfäden, die er allerdings meisterhaft miteinander verknüpft und nach und nach mit viel Gefühl für Rhythmus zum jeweiligen Abschluss führt. Erzählt Paynes Film eigentlich eine gängige Entwicklungsgeschichte, so legt er besonderen Wert auf die Charakterzeichnung. Die wohldosierte Mischung aus komischen und dramatischen Momenten trägt darüber hinaus dazu bei, diese Charaktere zu entwickeln. Dabei handelt es sich nicht nur um die für George Clooney ungewohnte Hauptfigur des orientierungslosen Matt King, der in der Mitte seines Lebens seine Vergangenheit überdenken und seine Vaterrolle neu definieren muss. Alexander Paynes „The Descendants“ zeichnet darüber hinaus aus, dass auch die Nebenfiguren sorgfältig entwickelt und deshalb eine besondere Tiefe und Authentizität erkennen lassen. Dies gilt für die völlig natürlich agierende Amara Miller als 10-jährige Scottie, die ihrem Vater stets rätselhaft bleibt, und für Shailene Woodley, die den gemischten Gefühlen einer 17-Jährigen gegenüber ihrer Mutter mit vielen Nuancen Ausdruck verleiht. Auch Nick Krause gewinnt dem von ihm dargestellten Sid über die alberne auch eine ernste Seite ab. Insbesondere beeindruckt jedoch Robert Forster als Matts Schwiegervater, der seinen Schwiegersohn niemals akzeptiert hat. Auf den ersten Blick wirkt er deshalb raubeinig, aber gegenüber seiner an Alzheimer erkrankten Frau und beim Abschied von seiner sterbenden Tochter lässt er ganz andere Charakterzüge erkennen.
Matt Kings Aufarbeitung der Liebesaffäre seiner Frau verdeutlicht die von der Untreue hinterlassenen Verletzungen. Ein Plädoyer für eheliche Treue, das sich mit Matts Ringen um Verzeihung zu einer anrührenden Szene verdichtet – die allerdings dank der Schauspielkunst George Clooneys in keinster Weise rührselig wirkt. George Clooneys nuancierte Darstellung des um die Liebe seiner Familie bemühten, manchmal orientierungslos wirkenden Familienvaters brachte ihm sowohl den Golden Globe als auch den Preis der Vereinigung der US-Filmkritiker als Bester Darsteller ein. „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ wurde außerdem ebenfalls mit dem „Golden Globe“ als Bester Film in der Kategorie „Drama“ ausgezeichnet und gilt zusammen mit Michael Hazanavicius’ „The Artist“ als vielversprechender Kandidat für die diesjährige Oscar-Verleihung, für die er in fünf Kategorien (u.a. „Bester Film“ und „Beste Regie“) nominiert wurde.
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